Willkommen beim DVOM

Der Deutsche Verband für Osteopathische Medizin (DVOM) e.V. ist ein Berufsverband für Osteopathen.

Er ist Mitglied der Konsensgruppe Osteopathie Deutschland, einer Initiative aller tragenden Osteopathie-Verbände in Deutschland.

  • Zielgruppe:

    Osteopathen mit einer abgeschlossenen Ausbildung und Osteopathen in Ausbildung, die sich für die Rahmenbedingungen ihres Berufs als Osteopath(in) interessieren und auch engagieren möchten.

  • Die Vorteile einer Mitgliedschaft im DVOM:

    Profitieren Sie von den Netzwerken des DVOM auf nationaler und internationaler Ebene. Demonstrieren Sie die Qualität Ihrer Ausbildung und lassen Sie sich auf der Therapeutenliste des Verbands listen.

  • Information:

    Wir informieren Sie über die politische Entwicklung im Gesundheitswesen, speziell in der Osteopathie und auch über die neusten Erkenntnisse, welche für Ihren Praxisalltag wichtig sind.

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Update zu SARS Covid-19: Fragen aus der Praxis

Nagold 04. Mai 2020: Sehr geehrte Verbandsmitglieder, sicherlich geht Ihnen, wie den meisten von uns, das wohl aktuellste Thema der vergangenen Wochen - Covid-19 - in der Zwischenzeit schon ganz gehörig auf die Nerven und eigentlich wollten auch wir für diesen Newsletter ein erfreulicheres Themenfeld beleuchten. In einem Gedankenaustausch, innerhalb des Vorstands, kam jedoch die Überlegung auf, unseren Mitgliedern doch nochmals sachdienliche und praktische Hinweise an die Hand zu geben.

Wirtschaftliche Folgen des Lock Down: Die meisten Kolleginnen und Kollegen haben sicherlich in den vergangenen Wochen ihren Praxisbetrieb aufrecht erhalten können. Trotzdem ist es nicht unwahrscheinlich, dass es für etliche unserer Mitglieder zu wirtschaftlichen Einbußen gekommen ist. Laut zahlreicher Medien plant der Bundesgesundheitsminister einen Rettungsschirm für das Gesundheitswesen. Mit 970 Millionen Euro sollen die Heilmittelversorger über die Coronakrise gebracht werden. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Gesundheitsministeriums vom Osterwochenende hervor. Für die Opposition sind die Ausgleichszahlungen eine Lösung zweiter Klasse. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und weitere Heilmittelerbringer sollen für einen Zeitraum von drei Monaten eine einmalige Ausgleichszahlung von 40 Prozent der Vergütung erhalten, die sie im vierten Quartal 2019 von der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten haben. Ausweislich des Entwurfs entspricht dies 970 Millionen Euro, die vom Gesundheitsfonds vorfinanziert und später vom Bundesfinanzminister wieder ausgeglichen werden sollen. Zudem sollen den Heilmittelerbringern zusätzliche Aufwendungen für Hygiene- und Schutzmaßnahmen erstattet werden. (Fricke, A., 2020. Ärzte Zeitung. [Online].

Von dieser geplanten Unterstützung können diejenigen unserer Mitglieder profitieren, die parallel zu ihrer Osteopathie-Praxis noch eine Kassenzulassung als Physiotherapeut(in) haben. Allen anderen bleibt die Corona-Soforthilfe. Den Antrag dafür können alle Selbständigen über die zuständige IHK stellen. Bei der Antragsstellung sollte unbedingt auf eine exakte Aufstellung der Betriebsausgaben und Lebensunterhaltskosten sowie der laufenden Ausgaben (Kranken-, Unfall- und Lebensversicherungen usw.) geachtet werden. Auch eine möglichst realistische Einschätzung des Verdienstausfalls ist für die Bewilligung von Bedeutung.

Hygienemaßnahmen in der Praxis: Jenseits der allgemeinen Hygienemaßnahmen, wie sie schon vor Covid-19 in jeder unserer Praxen Anwendung gefunden haben, stellt sich für viele von uns die Frage, ob es in der Praxis und während der Behandlung notwendig ist, eine Gesichtsmaske zu tragen. Einmal ungeachtet der unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern bezüglich des Tragens von Masken, stellt eine Osteopathie-Praxis keinen öffentlichen Raum dar und einkaufen geht man in der Praxis auch nicht.

Also stellt sich die Frage, ob das Tragen einer Maske die Sicherheit für Patient und Osteopath(in) bezüglich einer möglichen Ansteckung mit dem SARS-CoV-2 Virus verbessert, wenn weder der Behandler noch der Patient Krankheitssymptome zeigen. Mit der Verwendung einer Alltagsmaske oder auch einer handelsüblichen chirurgischen Maske ist dies, bei Unterschreitung eines Sicherheitsabstands, wie er üblicherweise mit 1,5 Metern angegeben wird (WHO nur 1 Meter), nicht mit ausreichender Evidenz anzunehmen. Auch für die Verwendung von zusätzlichen Schutzmaßnahmen wie Brille und Einmalhandschuhe liegt, wie man den aktuellen Publikationen der WHO entnehmen kann, keine ausreichende Evidenz zu Grunde, immer vorausgesetzt, dass es sich um einen Patienten ohne Symptome einer SARS-CoV-2 Erkrankung handelt. Einen ausreichenden Schutz gegen Viren bieten ausschließlich die FFP 3 Einmalmasken und dies nur bei korrektem Gebrauch und nur für die Person, welche die Maske trägt (siehe unten). (Infection prevention and control during health care when novel coronavirus (nCoV) infection is suspected. Interim Guidance. Geneva: World Health Organization; 2020.), (Infection prevention and control of epidemic-and pandemic-prone acute respiratory infections in health care. Geneva: World Health Organization; 2014 (accessed 27 February 2020.), (Advice on the use of masks in the community, during home care, and in health care settings in the context of COVID-19: interim guidance (accessed 27 February 2020.).

Laut der aktuellen WHO-Empfehlung, besteht bei Mehrfachverwendung oder falschem Handling von Alltagsmasken (Berühren der Maske mit den Fingern und anschließendem Kontakt mit den eigenen Augen, der Nase und dem Mund ohne vorherige Händedesinfektion) sogar ein erhöhtes Risiko für eine Infektion, als vergleichsweise im Falle der Verwendung von FFP 2 oder 3-Masken an deren Außenseite weniger Viren nachweisbar sind als an Alltagsmasken aus Stoff. (MacIntyreCR,SealeH,DungTC,HienNT,Aga PH, Chugtai AA, Rahman B, Dwyer DE, Wang Q. A cluster randomised trial of cloth masks compared with medical masks in healthcare workers. BMJ Open 2015;5:e006577. doi:10.1136/bmjopen-2014- 006577).

Dies gilt insbesondere unter dem Aspekt, dass die bislang empfohlenen Aufbereitungsverfahren von Atemschutzmasken das SARS-CoV-2-Virus nicht vollständig abtöten, wie dies das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf Nachfrage bestätigt hat (may/afp/dpa/aerzteblatt.de).

Was selbst medizinischem Personal oft nicht klar zu sein scheint, ist die Tatsache, dass FFP 1-3-Masken mit Ventil nur den Träger selbst schützen und nicht das Umfeld, da keine Filterung der Ausatemluft erfolgt. In der Öffentlichkeit ist das Tragen dieser Masken deshalb gegebenenfalls für Risikopatienten nachvollziehbar, ansonsten aber unsolidarisch, solange sie nicht von allen Menschen getragen werden, was völlig unrealistisch ist.

Somit sollte sich die Verwendung von Gesichtsmasken, im therapeutisch-osteopathischen Setting, an dem individuellen Sicherheitsbedürfnis von Patienten und Osteopath(in) orientieren. Nur wenn sich beide, Patient und Osteopath(in), mit der Entscheidung für oder gegen das Tragen einer Maske sicher und wohl fühlen, ist eine Atmosphäre gegeben, in der eine Therapie sinnvoll und zielführend umgesetzt werden kann.

Nicht unerwähnt bleiben soll dabei die Tatsache, dass es auch unter medizinischem Personal Krankheitsfälle und schwere Krankheitsverläufe gibt: Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet in seiner Lageeinschätzung vom 19.4.2020 über Infektionsfälle unter dem Personal in medizinischen Einrichtungen. Dort heißt es: „Unter den nach IfSG übermittelten COVID-19-Fällen wurde bisher für 7.293 Fälle übermittelt, dass die Personen in medizinischen Einrichtungen gemäß § 23 Abs. 3 IfSG tätig waren“. Zu den Einrichtungen zählen z.B. Krankenhäuser, ärztliche Praxen, Dialyseeinrichtungen und Rettungsdienste. Der Altersmedian liegt bei 42 Jahren. Die betroffenen Personen waren überwiegend in intensivmedizinische Behandlungen und Versorgungsleistungen involviert.

Bei 298 der übermittelten Personen mit Tätigkeit in einer medizinischen Einrichtung und einer entsprechenden Angabe wurde eine Hospitalisierung berichtet (4%). Unter dem Personal in medizinischen Einrichtungen traten 12 Todesfälle im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung auf.

Da jedoch, auf Anraten des RKI, bei den Verstorbenen keine Obduktion durchgeführt wurde, gibt es keine ausreichende Evidenz darüber, ob die Betroffenen an der SARS-CoV-2 Infektion verstorben sind oder eben mit ihr.

Ungeachtet dieser Überlegungen, sind aber die Maßnahmen der Grundhygiene (Flächendesinfektion, Händewaschen, ausschließliche Nutzung von Einmalartikeln, wo möglich) sowie die Beachtung der Husten- und Nies-Etikette von großer Bedeutung für die Optimierung unserer Praxisabläufe in Zeiten von Covid-19.

Erfahren Sie mehr über ein optimiertes Praxis-Management:

Informieren Sie sich zu diesem Thema an Hand der Videopodcasts im Mitgliederbereich.

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